Grafik Pfarrei Straßkirchen

Kirchenchor


"Singen bereitet Freude, stimmt besinnlich oder enthusiastisch und hilft sogar, Schmerz und Trauer zu überwinden. Singen fördert die Tatkraft und trägt zur Persönlichkeitsentfaltung bei. Ganz egal ob allein unter der Dusche, oder im Chor: Singen ist musikalischer Sport, es euphorisiert und befreit Geist und Körper - gerade auch vom anstrengenden Alltag."

Schon ein ganz kleines Lied kann viel Dunkel erhellen. (Franz von Assisi)

Mit unserer Chorleiterin Marianne Kreiner singen wir zur Ehre Gottes und tragen zur feierlichen Gestaltung der Gottesdienste oder von Beerdigungen bei.

In unserem Chor haben Kameradschaft, Freundschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl einen ebenso hohen Stellenwert, wie die gemeinsame Freude am Singen. Unser Repertoire umfasst sowohl klassische Kirchenmusik (Mozart, Haydn etc.) als auch neuzeitliche Kirchenmusik (NGL). An der Orgel begleitet werden wir von Paul Schulten.

Wir proben jeden Montag von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr in kleinen Veranstaltungssaal.

Der gesamte Chor freut sich über neue Mitglieder.


Zur Historie unseres Kirchenchores.


Text: Franz Frankenberger

Die Ersterwähnung des Kirchenchors Straßkirchen datiert aus dem Jahr 1919. Handschriftliche Hinweise auf Notenblätter, mit Angabe der Jahreszahl, die auch heute noch vorhanden sind, finden sich auf diesen. Als Chorleiter fungierte damals Hauptlehrer Motz.

Etwa um 1939 übernahm Genoveva Böck aus Haag den Kirchenchor. Von ihr wird später noch die Rede sein.

Damals wie heute war es ein Problem, alle Stimmlagen in gleicher Gesangsstärke zu besetzen. In den Anfängen war Alois Nigl aus Franklbach lange Zeit der einzige Tenor dieses Chores. Etwas neidvoll blickten damals benachbarte Pfarreien nach Straßkirchen. Der Chor war, trotz aller Schwierigkeiten, zu dieser Zeit bereits recht rührig, so berichtet eine Zeitzeugin.

Während der Kriegswirren löste sich der Kirchenchor auf.

Aus den Aufzeichnungen der Pfarrchronik geht hervor, dass am 01. April 1966 der Chor, unter Bischöflich Geistlichen Rat Georg Bergmann, neu aufgebaut wurde. Hier dürfte Franz Plechinger die Chorleitung übernommen haben. Legendär seine Rhythmusvorgabe. Mit kräftigen “Fußkommandos” gab er das Tempo vor. Damit waren die Kirchenbesucher, vor Allem auf der Empore, immer in die “Taktvorgabe” eingebunden.

Ab diesem Neubeginn bestand eine Chorgemeinschaft mit Salzweger Sängerinnen und Sängern. Ab September 1965 wurde Salzweg eine eigenständige Pfarrei.
Somit löste sich der Chor, in der bis dahin bestehenden Form auf. Mit dem Rest dieser Sängerrunde ging es dann nur mühsam weiter.

Probleme gab es im September 1969. Es wurde die “Waldlermesse” einstudiert und
gesungen. Anschließend hörten die bis dahin verfügbaren Männerstimmen auf.

Bis kurz vor Weihnachten 1969 suchte Bischöflich Geistlicher Rat Georg Bergmann nach Ersatz und wurde tatsächlich fündig. 5 Männer erklärten sich bereit, im Kirchenchor mitzuwirken. Das Einstudieren der Lieder und Messen mit dem Chor wurden von Herrn BGR Bergmann selbst übernommen.

Weihnachten 1969 kam eine große Messe mit Bläserbegleitung zur Aufführung. Organistin war damals Frau Genoveva Böck, liebevoll auch “Orgel-Vevi” genannt. Diese Frau war eine “Institution”. Bei jeder Messe, egal ob an Wochentagen, Sonntagen, Beerdigungen oder sonstigen Anlässen, es gab keinen Grund der sie davon abgehalten hätte, nicht am Orgeltisch zu sitzen. Bei noch so schlechter Witterung ging sie von Haag nach Straßkirchen und war pünktlich und zuverlässig zur Stelle.

Untrennbar mit dem Kirchenchor damals schon verbunden, die Frauen Kreszenz Ketzinger, Nannerl Küblböck, Margarete Strauß, Maria Schichl, Maria Ranzinger, um nur einige zu nennen, die bis ins hohe Alter und so lange es die Gesundheit zuließ, immer für die geistliche Musik da sind, bzw. waren.

Am 07. Dezember 1969 sang die Landjugend erstmals eine rhythmische Messe in unserer Pfarrkirche. Damals ein Novum und mit viel Misstrauen bedacht.

Im November 1970 beschloss die Kirchenverwaltung, eine neue Orgel anzuschaffen. Die 1888 in der Pfarrkirche eingebaute Orgel wurde bereits gebraucht übernommen. 1904 musste sie wieder abgebaut werden. Durch den Anbau des rückwärtigen Jochs trat Feuchtigkeit ins Orgelgehäuse ein und drohte die Orgel zu zerstören. Am 25. Oktober 1905 wurde diese wieder neu aufgestellt, aber nur für kurze Zeit, da bereits wieder Feuchtigkeitsschäden auftraten.
Am 10. Juli 1906 wurde diese dann zum dritten Male aufgestellt, bis sie 1973 ausgesondert und durch eine Neue ersetzt wurde. Ein Glücksfall war für die Pfarrei Straßkirchen, dass zu diesem Zeitpunkt in der Kirche St. Michael - der Studienkirche - in Passau, eine neue Orgel installiert wurde. So erwarb die Pfarrei diese Orgel für
7 500 DM.
Da dies ursprünglich ein gewaltiges Orgelwerk war, stellte sich zunächst die Frage, wie diese Orgel in unsere Kirche passen sollte.
Die Überlegungen gingen sogar soweit, die obere Empore abzutragen und die Orgel auf der unteren Empore zu installieren. Gott sei Dank wurde dieser Gedanke schnell verworfen. So wurde die Orgel, für unseren Kirchenraum passend, umgestaltet. Die Fa. Eisenbarth in Passau-Grubweg richtete diese Orgel, mit einem Kostenaufwand von ca. 43 000 DM, her. Hinzu kam das Orgelgehäuse, von der Schreinerei Angerer gefertigt, mit ca. 6 000 DM. Somit hatte Straßkirchen eine “neue” Orgel für 49 000 DM. Am 17. Juni 1973 nahm diese der damalige Domorganist Walther R. Schuster ab.

Beim Festgottesdienst, am 24. Juni 1973, weihte BGR Bergmann die Orgel.
Der Chor sang die Lorettomesse von Vincenz Goller. Dirigent war Christian Böhm, damals noch Gymnasiast. Am Orgelspieltisch Herr Neuwerth, der, solange es seine Gesundheit zuließ, unseren Chor bei Bedarf auch weiterhin, bei den verschiedensten Aufführungen begleitete.

Als am 04. August 1973 ein großes Orgelkonzert unter Leitung des Domorganisten Walther R. Schuster stattfinden sollte, stand dies unter einem “schlechten Stern.” Es tobte kurz vor Beginn ein heftiges Gewitter. Dadurch kamen nur wenige Besucher. Trotzdem brachte der Domorganist alle Register meisterhaft zum Klingen und bewies damit den Besuchern, was in diesem Instrument steckt.

Ab Weihnachten 1973 übernahm der Regionalkantor Hans Eichinger die musikalische Ausbildung und Leitung des Kirchenchores. Mit Können, Geduld und Zuversicht stellte er sich dieser Aufgabe. Bis zu seiner Pensionierung, am 31.01.2000, prägte und formte er unseren Kirchenchor. Unter seiner Leitung wurden die ersten großen Messen einstudiert. Das “Dirigentenamt” übernahm Frau Maria Schichl.

Die erste große Herausforderung mit einer Festmesse, war die Priminz von Josef Moosbauer am 30. Juni 1974.

1976 hat sich Genoveva Böck, die immer noch die Gottesdienste musikalisch gestaltete, vom Orgeltisch und auch vom Chor verabschiedet. Gelegentlich sang sie auch später noch im Chor mit.

Bei der feierlichen Verabschiedung von Herrn BGR. Georg Bergmann 1977 in den Ruhestand, wurde vom Kirchenchor die Lorettomesse gesungen.

Auch der Bayerische Rundfunk war anlässlich einer Lifeübertragung Gast in unserer Pfarrkirche. Der Kirchenchor übernahm die musikalische Gestaltung. Leitung und an der Orgel Herrn Hans Eichinger, Dirigentin Frau Maria Schichl. Die Messe und die Predigt hielt damals der heutige Stadtdekan von Altötting Stiftsprobst Günter Mandl. Als Studiendirektor und Seminarlehrer im Gymnasium Leopoldinum in Passau führte Hochw. H. Monsignore Mandl die Pfarrei Straßkirchen nahezu selbstständig. Er war auch ein großer “Mentor” des Chores, was auch dadurch zum Ausdruck kam, dass die Verleihung der “Missio Canonica” an fertig ausgebildete Religionslehrer für Gymnasien, in Straßkirchen statt fand. In der Regel wurde diese Ernennung durch den Bischof vorgenommen. Der Chor übernahm bei diesen Messfeiern die musikalische Gestaltung.

Im Oktober 1988 wurde eine Langspielplatte mit Musikgruppen aus Straßkirchen und
Salzweg aufgenommen. Auch hierauf ist der Kirchenchor zu hören. Zu Aufnahmen für diese LP reiste der Chor in ein Aufnahmestudio nach Ried in OÖ.

Vor einer schier unlösbaren Aufgabe stand der Kirchenchor, als am 31.01. 2000 Regionalkantor Hans Eichinger in den Ruhestand trat und somit für uns nicht mehr zur Verfügung stand.

Frau Marianne Kreiner, als Altistin im Chor bereits seit den 70er Jahren integriert, nahm diese Herausforderung an. Ihr Motto: neue Herausforderungen annehmen, den Chor formen und Wiederholungen möglichst vermeiden. So stellte sich der Chor diesen Zielen und Anforderungen. Ständig neues entdecken und probieren. Messen und Sätze von Mozart, Haydn, Schubert, Bach usw. wurden zur Selbstverständlichkeit.

Als Monsignore StD Günter Mandl im September als Stiftsprobst nach Altötting berufen wurde, wünschte er sich die Schubert Messe in G-Dur. Nach 24 Jahren Dienstzeit in unserer Pfarrei hielt StD Monsignore Günter Mandl am 14.09.2002 eine letzte, offizielle Hl. Messe als “Pfarrer von Straßkirchen”.
So war es auch dem Chor eine Freude, bei Chorausflügen, dem heutigen Stadtdekan von Altötting zur Ehre, die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten in der Stadtpfarrkirche, übernehmen zu dürfen.

Zur Amtseinführung von BGR Arpad Szabo am 21.09.2002 sang der Chor die Haydn Messe in B-Dur (Orgelsolomesse) BGR Arpad Szabo ist es auch ein Anliegen, dem Chor seine Selbstständigkeit zu lassen. Er lässt sich gerne vom Chor “überraschen”. So hat der Chor, im Rahmen einer Christmette, ein ungarisches Weihnachtslied gesungen, bei dem auch Pfarrer Szabo gleich kräftig miteinstimmte. Wie er anschließend aber auch gestand, war er tief gerührt.

Zwischenzeitlich hat der Kirchenchor ein Format, der sich mit Seinesgleichen im weiten Umkreis messen kann.

Auf Initiative und unter Leitung von Frau Kreiner wurde im Mai 2004 das “Mariensingen” eingeführt. Zusammen mit dem Frauenchor, der jungen Kantorei und anderen Musikgruppen ist dies seither jedes Jahr Bestandteil und ein Höhepunkt im Pfarrgeschehen.

2012 wurde erstmals ein Serenadenabend eingeführt. Auch hier ging die Initiative
von Frau Marianne Kreiner aus. Der Kirchenchor einmal ganz anders. Bekannte Melodien, Evergreens, Operettenmelodien bildeten den Zyklus diese Liederabends.

Laufend werden vielfältige und interessante Werke neu einstudiert. Diese Messen und Stücke kommen bei mehr als 20 Einsätzen im Jahr, in den Gottesdiensten zur Aufführung.
Tradition ist zwischenzeitlich auch, dass vor den Sommerferien der Kirchenchor mit modernen, aber anspruchsvollen Liedbeiträgen, den Gottesdienst musikalisch umrahmt.

Wenn es auch immer wieder Probleme mit der Stimmbesetzung gibt, so kann man dem Chor doch eine positive Zukunft prognostizieren.


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